Irgendwann kommt bei fast jedem Elektronikprojekt der Punkt, an dem etwas nicht so funktioniert wie geplant. Das gehört zum Entwicklungsprozess dazu wie Hopfen und Malz zum Bier. Entscheidend ist nicht, dass keine Fehler passieren – sondern dass man sie findet, versteht und behebt.
Für einfache Messungen reicht oft ein Multimeter. Sobald es aber um Signale, Timing, Störungen oder dynamische Vorgänge geht, wird das Oszilloskop zum besten Freund des Hardwareentwicklers. Gute Laborspannungsversorgungen sind ebenso unerlässlich.
Die Grundausstattung:
Nice to have:
- Funktionsgenerator
- Elektronische Last
- …
Oszilloskop – Rigol MSO5074
„Eine Elektronikwerkstatt ohne Oszilloskop ist wie Bier ohne Alkohol – das fetzt einfach nicht.„

Mein wichtigstes Messgerät ist das Rigol MSO5074 4-Kanal Digital Oszi. Sobald ein Multimeter nicht mehr ausreicht, kommt das Oszilloskop zum Einsatz.
Damit werden digitale Signale wie SPI, UART oder RS485 untersucht, Takt- und Versorgungssignale geprüft, Einschwingvorgänge beobachtet, PWM-Signale analysiert, Störungen und Überschwinger sichtbar gemacht sowie analoge Signale aus Sensoren, Filtern oder Verstärkerschaltungen untersucht.
Gerade bei der Fehlersuche ist das Oszilloskop eines der wichtigsten Werkzeuge überhaupt. Hier sieht man was wirklich Sache ist.
Mit 70 MHz Bandbreite, bis zu 8 GSa/s Abtastrate, vier Kanälen und optionalem Logic-Analyzer bietet das Rigol MSO5074 für die heimische Hardwarewerkstatt mehr als genug Reserven und ist für mich ein echtes Arbeitspferd.
Labornetzgeräte
Ein einstellbares Labornetzgerät gehört ebenfalls zur essentiellen Grundausstattung einer Elektronikwerkstatt. Das ist ähnlich wie beim Oszi.
„Ein Labor ohne Labornetzgerät, ist wie…

Gerade beim ersten Einschalten einer neu aufgebauten Schaltung ist eine einstellbare Strombegrenzung extrem hilfreich. Wenn irgendwo ein Fehler steckt, verhindert sie im besten Fall, dass aus einem kleinen Verdrahtungsfehler sofort ein kaputtes Bauteil wird.
Für die Spannungsversorgung nutze ich zwei Labornetzgeräte: ein Quat Power LN-3003XIII mit zwei Kanälen von jeweils 0–30 V / 3 A und ein Eventek KPS3010D mit 0–30 V / 10 A.
Beide Geräte erfüllen ihren Zweck grundsätzlich sehr gut. Was mir bei beiden allerdings fehlt, ist ein separater Output-Schalter, mit dem sich die eingestellte Spannung gezielt auf die Ausgangsklemmen schalten und wieder trennen lässt.
Ohne diesen Schalter muss zum Ein- oder Ausschalten der Ausgangsspannung immer das komplette Netzgerät ein- bzw. ausgeschaltet werden. Gerade beim Testen neuer Schaltungen oder bei häufigen Änderungen am Aufbau ist das etwas unpraktisch.
Ein eigener Output-Taster wäre hier deutlich komfortabler, weil Spannung und Strombegrenzung eingestellt bleiben könnten und die Schaltung trotzdem schnell spannungsfrei geschaltet werden kann.
Ansonsten solide Geräte.
Multimeter
So wichtig das Oszilloskop auch ist – für viele alltägliche Messungen bleibt das Multimeter das schnellste Werkzeug.
Spannung messen, Widerstände prüfen, Durchgang suchen oder einen Strom kontrollieren: Für solche Aufgaben muss nicht jedes Mal das Oszilloskop eingeschaltet werden.
Auch wenn das Testo 760-2 vielleicht nicht ganz in die klassische Labor-Schublade passt und bei mir eher als „Haus-und-Hof-Messgerät“ dient, ist es bei der schnellen Fehlersuche unglaublich praktisch.

Funktionsgenerator
Mit dem Funktionsgenerator können definierte Testsignale (Rechteck, Sinus, Sägezahn,… in Frequenz, Amplitude, Offset und Phasenverschiebung) erzeugt werden. Der Generator hat 2 Kanäle.
Sinus, Rechteck oder andere Signalformen sind besonders praktisch, wenn um analoge Schaltungen zu untersuchen, Filter zu testen oder beispielsweise einen Verstärker zu vermessen. Das UNI-T UTG932E hat sich als brauchbares Gerät mit Top Preis-/Leistungsverhältnis bewährt.
